15.06.2010
Trennung von Qualität und Honorar
Durchdachte technische Lösungen und Konzepte, Nachhaltigkeit und Life Cycle Costs sind in der Regel nicht gefragt. Die heutige Ausschreibungspraxis – bedingt durch das Billigstbieterprinzip – vermeidet bzw. verhindert jede Art von Innovation und Langzeitbetrachtungen der Projekte. So gewinnen die billigsten Anbieter ohne qualitative Betrachtung der Lösungsansätze bzw. Konzepte. Vermeintlich günstig eingekaufte Planungsleistungen entpuppen sich dann sehr oft als teure Projekte in der Umsetzung, wie zahlreiche Beispiele der jüngsten Vergangenheit zeigen. Damit wird sogar ein unkalkulierbares Risiko an den Auftraggeber abgeschoben.
Es ist dringend an der Zeit, dem reinen Preisprinzip den Rücken zu kehren, um unabhängige, seriöse Dienstleister von geistigen Leistungen zu stärken. Die strikte Trennung in Qualität und Honorar bzw. Preis ist unumgänglich. Deshalb fordern wir ein verpflichtendes Zwei-Kuvert-System im Vergabegesetz. Denn am Ende geht es um die beste und wirtschaftlichste Lösung, die zu einem bestimmten Preis erbracht wird, und letztendlich auch darum, die Verschwendung von Steuergeldern im öffentlichen Bereich zu verhindern.
Kommentar von Josef Robl
Vorsitzender der Bundessektion Ingenieurkonsulenten



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