15.06.2010
Von wegen Österreich
Geplant sind Beiträge eines einigermaßen repräsentativen Querschnitts einheimischer Architekten, die im Ausland gebaut haben, und internationaler Architekten, die in Österreich tätig sind. Das ist aber auch schon alles, was mit Österreich zu tun hat. Wer aber ist der Mann, der alles koordiniert?
Ein gewisser Eric Owen Moss, seines Zeichens 90-fach mit internationalen Preisen ausgezeichneter Lehrender in Yale, in Wien, in Kopenhagen und derzeit in Südkalifornien.
Beachtlich. Nein, beeindruckend. Fabelhaft, wirklich. Doch was verbindet ihn mit Österreich? Man sagt, er sei ein exzellenter Kenner der österreichischen Architekturlandschaft. Das sind andere auch. Dass er die Architektur Hoffmanns verhüllen will, wirkt zusätzlich befremdlich.
Moss meint, sein Konzept müsse sich in gewisser Weise gegen den Pavillon von 1934 behaupten. Man fragt sich weiters, warum gerade ein Nichtösterreicher den österreichischen Pavillon bespielt, der nicht einmal als er selbst auf dem Biennale-Gelände in Erscheinung treten darf? Bei allem Respekt vor Eric Owen Moss: Wann wird Österreich endlich zu seiner architektonischen Identität stehen, ohne sich mit internationalen Namen schmücken zu müssen – selbst wenn es diesmal das erste Mal ist, dass mit einer Tradition gebrochen wird? Österreich sollte sein Gesicht wahren – und das unverhüllt.
Kommentar von Florian Ritter



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