30.08.2010
Ausgezeichnetes aus dem Burgenland
![]() Die Arge aus dem Architekten Klaus-Jürgen Bauer und dem Künstler Peter Baldinger vereinte beim Café Maskaron eine eigenwillige Wandgestaltung mit einer zarten Einrichtung. © Rudolf ÂHemetsberger |
Der burgenländische Architekturpreis siedelt sich abseits von Stararchitektur und Designhäusern an, vielmehr setzt er sich mit den Strukturen des Landes auseinander. Er will aufzeigen, wie sich Qualitäten alter Bauformen mit zeitgemäßen Neubauten verbinden oder wie sich die Gebäude gekonnt in die Landschaft, das Dorf oder die Stadt integrieren. Bei der Bewertung waren die Preisrichter angehalten, die eingereichten Projekte im Sinne der kulturellen und ökologischen Herausforderung, die sich heute für das Bauschaffen, den Landverbrauch bzw. die Substanzerneuerung, im Land stellt, zu diskutieren und zu bewerten.
Als schwebenden Hut über der Fragilität des Ausstellungsguts erkannte Juror Christoph Luchsinger die Kubatur des Eiermuseums Bertoni. Der zerbrechliche Inhalt dieses Museumspavillons sei eine nahezu waghalsige konstruktive Lösung, so Luchsinger. Denn das Erdgeschoß trägt hier über nur zwei Stützen plus eine Treppe die quadratische Obergeschoßplatte mit großen Auskragungen. Verantwortlich zeichnen Alexander Hagner und Ulrike Schartner. „In der Gastronomie gibt es selten Räume, wo, wenn man sie mit Fachleuten betritt, diese nicht gleich zu stänkern beginnen oder ihre Witze machen“, sagte Friedrich Achleitner.
Ein eben solcher Raum sei das Café Maskaron im Eisenstädter Schloss Esterhazy, das vor allem durch seine eigenwillige Wandbemalung von Peter Baldinger und durch die federleichte Bestuhlung besteche, so Achleitner. Geplant von Architekt Klaus-Jürgen Bauer. Fingerspitzengefühl und eine ordentliche Portion Intelligenz seien beim Wohnhausprojekt im Ortskern von Wulkaprodersdorf bewiesen worden, erklärte Roland Gruber. „Dieser Wohnbau ist ein wunderbares Beispiel, wie sich – nicht nur in burgenländischen Dorfzentren ein zukünftiges Leben entwickeln kann“, so Gruber.
Private Höfe, Atrien, Terrassen und Balkone stehen bei der vom Architekturbüro polar ÷ bearbeiteten traditionellen Streifenzelle im Vordergrund. Mit einer Auszeichnung in Form einer lobenden Erwähnung wurden architects.collective, Halbritter und Hillerbrand, Loudon und Habeler sowie Pointner/Pointner geehrt.





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