30.08.2010
Sehen und gesehen werden
![]() Spektakuläre Ausblicke auf die Stadt und vor allem auf die Baustelle des Hauptbahnhofes samt Bahhofs-City bietet der neue, über 66 Meter hohe Turm am Rande des Wiener Südtiroler Platzes. |
Spektakuläre Einblicke in die derzeit größte Baustelle der Bundeshauptbahn sind bei Café und Kuchen inklusive: Ganz nach dem Motto „Sehen und Gesehen werden“ eröffnete Mitte August der Aussichtsturm am ehemaligen Südbahnhof. Der Wiener Südbahnhof ist Geschichte. Rund ein halbes Jahr dauerten die Abbrucharbeiten, derzeit klafft ein riesiges Loch dort wo in Kürze mit den Bauarbeiten für die neue Bahnhofshalle begonnen wird. Es ist augenblicklich eine der größten Baustellen Österreichs und das größte Bauprojekt Wiens.
Wo bis vor kurzem noch der alte Südbahnhof täglich mehrere Tausende Reisende empfing, soll bis zum Jahr 2013 der neue Wiener Hauptbahnhof inklusive Bahnhofcity entstehen. Der Bereich rund um den Südtiroler Platz wird dabei ebenfalls völlig neu gestaltet. Hier entsteht die Fahrdienstleitung. Die Bauarbeiten am künftigen Nervenzentrum der neuen Verkehrsdrehscheibe sind bereits fast abgeschlossen. Mehr als 400 Weichen werden nach der endgültigen Inbetriebnahme von hier aus gesteuert. Für Reisende, die aus dem Süden kommen, ist vorläufig beim Bahnhof Wien-Meidling Endstation.
Ganz nach dem Vorbild der Infobox am Potsdamer Platz in Berlin errichteten die Österreichischen Bundesbahnen gemeinsam mit der Stadt Wien am Rande des Südtiroler Platzes einen Aussichtsturm samt Informationszentrum, um Schaulustigen und am Jahrhundert-Bauwerk Interessierten einen Einblick in den Fortschritt der Bauarbeiten zu geben. Mitte August wurde der knapp 70 Meter hohe Turm eröffnet, der als neues Wahrzeichen in Favoriten, einen unglaublichen Einblick in das Fortschreiten der Bauarbeiten liefern wird. Mit einer Fläche von über 100 Hektar in etwa so groß wie die Josefstadt – sprich der gesamte achte Wiener Gemeindebezirk – entsteht auf dem Gelände nicht nur ein neuer Bahnhof, sondern ein ganzer Stadtteil.
Grund genug die umfassenden Informationen zu den einzelnen Projekten und dem Projektablauf konzentriert zu präsentieren. Direkt neben dem Turm beherbergt das neue Informationszentrum eine entsprechende Ausstellung. bahnorama so der treffende Name bietet bei Café und Kuchen neben dem Überblick über den neuen Stadtteil auch die Möglichkeit einer Turmfahrt. „Das bahnorama wird spannende Aus- und Einblicke in das Jahrhundertprojekt Hauptbahnhof geben. Dieser Blick vom Turm auf die Großbaustelle und über Wien wird alle begeistern. Der Hauptbahnhof und die Bahnhof-City werden damit für alle Interessierten erlebbar“, ist Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, überzeugt.
Nicht weniger begeistert zeigte sich auch der Wiener Planungsstadtrat Rudi Schicker bei der Gleichenfeier zum Turm: „Mit dem neuen Informationszentrum entsteht nicht nur ein architektonisch interessantes Bauwerk. Wir sehen schon jetzt anhand von zahlreichen Nachfragen, dass sich das bahnorama zum Besuchermagnet entwickeln wird. In der Ausstellung findet man alle Infos rund um das Großprojekt. Und vom Turm aus kann man die Entwicklung des neuen Stadtviertels von oben verfolgen – Erlebnis Hauptbahnhof pur. Was will man mehr.“
Exakt 66,72 Meter hoch ist der neue Turm. Das Besondere ist aber nicht nur die Aussicht, die man von der obersten Plattform aus genießen kann, sondern auch die Konstruktion: Der Turm wurde in Holz-Modulbauweise vor Ort vorgefertigt und in vier Arbeitsschritten zusammengebaut. Für den Entwurf verantwortlich zeichnet das Wiener Architektentrio Rahm – Adele Gindlstrasser, Hans Schartner und Ursula Musil. Die Gesamtkonstruktion wiegt rund 135 Tonnen. Am Boden misst der Turm acht mal acht Meter und verjüngt sich nach oben auf ein hoch hinausragendes Vierkantholz von 20 mal 20 Zentimetern. 160 Kubikmeter Fichten-Brettschichtholz wurden verbaut, rund 1.600 Arbeitsstunden wurden für den Zusammenbau und die Montage aufgewendet. Zwei Panoramalifte führen auf die oberste Aussichtsplattform in einer Höhe von 40 Metern.
Mit Modellen, Originalobjekten und einem 3D-Simulationsflug zeigt die Infobox am Fuße des Turms alle wesentlichen Aspekte des neuen Stadteils. Schauwände, Filme und Exponate führen in die einzelnen Themen ein. Am Ende des Ausstellungsrundgangs steht der Blick auf den tatsächlichen Baufortschritt, der einen Vergleich zwischen geplanter Vision und realer Umsetzung ermöglicht. Ein Besuch lohnt sich allemal!





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